Thirty Years War Online

Die Schweden in Kursachsen.

Eine Untersuchung zur Besetzung Leipzigs im Spannungsfeld zwischen Dreißigjährigem Krieg und Westfälischem Frieden 1642–1650

Dissertationsprojekt an der Universität Leipzig, betreut von Prof. Dr. Manfred Rudersdorf (Historisches Seminar, Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit)
Die Dissertation wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung sowie durch das Niedersächs. Ministerium für Wissenschaft und Kultur (Projekt Promotion Plus) gefördert und im März 2015 eingereicht.


Im Dreißigjährigen Krieg wurde das finanzstarke Leipzig, dank Messe und Universität überregional bedeutsam, sowohl von kaiserlichen als auch schwedischen Truppen heiß umkämpft und mehrfach belagert. Nach der zweiten Schlacht von Breitenfeld 1642 nahmen die Schweden die Stadt ein und hielten sie beinahe acht Jahre bis zur endgültigen Ausbezahlung der in den Verhandlungen zu Osnabrück erhandelten Satisfaktionsgelder besetzt. Das Dissertationsprojekt beleuchtet dabei gerade die Zeit der schwedischen Besetzung Leipzigs zwischen 1642 und 1650, die bisher weder in der allgemeinen Forschung zum Dreißigjährigen Krieg noch in der Leipziger Stadtgeschichtsforschung eingehender betrachtet wurde. In zwei Ebenen berücksichtigt die Arbeit sowohl politisch-ereignisgeschichtliche als auch sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Komponenten. Anhand der reichhaltigen Bestände deutscher und schwedischer Archive geht die Untersuchung dabei der Frage nach, welche Rolle das besetzte Leipzig für die schwedische Kriegsführung als militärisch-administratives Zentrum und Versorgungsposten spielte und welche Bedeutung ihr als Verhandlungsmasse zur Durchsetzung der schwedischen Kriegs- und Friedensziele auf dem Westfälischen Friedenskongress und dem Nürnberger Exekutionsreichstag 1649/50 zukam. Gleichzeitig wird das Verhältnis des Besatzungsregiments zu den städtischen Eliten und der Bevölkerung in Stadt und Weichbild Leipzigs genauso wie zu den militärischen und politischen Entscheidungsträgern auf kursächsischer und schwedischer Seite beleuchtet. Schließlich werden die Auswirkungen der schwedischen Besetzung auf die städtischen Institutionen, auf Wirtschaft und Handel genauso wie auf Kultur- und Geistesleben untersucht.

Alexander Zirr, M.A.

Kontakt: zirr[at]hab.de
www.gko.uni-leipzig.de/historisches-seminar/seminar/geschichte-der-fruehen-neuzeit/forschungsprojekte/schweden-in-kursachsen.html

Empfohlene Zitierweise: Alexander Zirr – Die Schweden in Kursachsen. Eine Untersuchung zur Besetzung Leipzigs im Spannungsfeld zwischen Dreißigjährigem Krieg und Westfälischem Frieden 1642–1650. In: Dreißigjähriger Krieg Online - Projekte, hg. von Markus Meumann (Online-Ressource; URL: http://thirty-years-war-online.net/projekte/alexander-zirr-schweden [Datum des Aufrufs in eckigen Klammern]).